• Den Krebs an seiner Wurzel bekämpfen

    Bernard Haendler im Porträt

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    Arbeit an hochspezifischen Medikamenten. Bernard Haendler (re.) versucht herauszufinden wie das Wachstum von Prostatakrebszellen gestoppt werden kann.

Prostatakrebszellen vermehren sich unkontrolliert und befallen das umliegende Gewebe. Wie können sie gestoppt werden? Bernard Haendler arbeitet an einem hochspezifischen Medikament, das Krebskranke effektiv behandeln könnte.

Nur eines von 14 Medikamenten in der klinischen Phase erreicht seine Zulassung. Die anderen scheitern zum Beispiel an fehlender Wirkung oder unerwarteten Nebenwirkungen. Meine Arbeit ist es, die molekularen Mechanismen der Anti-Tumor-Aktivität für neue Verbindungen zur Behandlung von Prostatakrebs zu verstehen.

Mein Fachgebiet ist die Onkologie, also die Erforschung und Behandlung von Krebs. Ich repräsentiere die präklinische Pharmakologie in einem Projekt, das sich mit einem Androgenrezeptor-Antagonist befasst, der das unkontrollierte Wachstum von Prostatakrebszellen stoppen soll. Prostatatumoren sind bei Männern die dritthäufigste tödliche Krebserkrankung nach Lungen- und Darmkrebs.

Bernard Haendler verbringt gerne Zeit in der Natur

Dem Androgen die Parklücke klauen

Unser Ansatz ist eine gezielte Therapie: Die Wirkung unserer Substanzen richtet sich nicht allgemein gegen das Zellwachstum, sondern nutzt ausgewählte Eigenarten des Krebsgewebes aus. In Prostatatumoren lösen die Androgene, männliche Sexualhormone, vermehrt abnormale Signale aus. Die erhöhte Aktivität an den entsprechenden Androgenrezeptoren verändert die Expression mehrerer Gene und fördert so die Entstehung eines Tumors. Unser Wirkstoff greift zielgerichtet dort ein: Er bindet anstatt des natürlichen Androgens an den Rezeptor. Damit hemmen wir bewusst dessen Funktion und blockieren so das Krebswachstum. Gesunde Zellen bleiben dadurch größtenteils unberührt, und nur mäßige Nebenwirkungen werden erwartet.

Mit meinen Kollegen bilde ich dabei auch außerhalb der Arbeit ein starkes Team. Zum körperlichen Ausgleich bin ich in meiner Freizeit mit ihnen gern sportlich aktiv. Ich verbringe viel Zeit in der Natur oder spiele Volleyball. Zudem bin ich ein begeisterter Läufer und nehme häufig an Event- oder Benefizläufen teil. Das Wichtigste ist nicht das Gewinnen, sondern die Teilnahme und der Teamgeist.

Bernard Haendler forscht an Medikamenten gegen Prostatakrebs

Wir erforschen Substanzen, die sich bereits kurz vor der Zulassung befinden.

Neuzeit der Molekularbiologie

Mein Interesse an der Krebsforschung entdeckte ich während meines Biochemie-Studiums und später als Post-Doktorand. Die Molekularbiologie stand damals, Ende der 1980er-Jahre, vor einer technischen Revolution und es ergaben sich völlig neue Möglichkeiten, DNA zu analysieren und zu beeinflussen. Mit dem Fortschritt der DNA-Sequenzierung begann eine Revolution. Die gesamte Genforschung wurde wesentlich komplexer. Der Reichtum an genomischen Daten aus Tumorproben wächst täglich und die bioninformatischen Methoden für ihre Analyse werden immer raffinierter. Mehr denn je eröffnen sich Möglichkeiten durch die unglaublichen Fortschritte in der biomedizinischen Forschung. Sie faszinieren mich und spornen mich an, immer weiter zu forschen.

Curriculum Vitae Dr. Bernard Haendler

1958: geboren in Straßburg, Frankreich

1983: Promotion an der Universität Straßburg

1998: Habilitation an der Universität Lille

1985-1989: PostDoc bei Sandoz (heute Novartis) in Wien (Österreich) und Basel (Schweiz)

1989-2006: Gruppenleiter bei Schering, Berlin, Deutschland

2006-2014: Gruppenleiter/ Leitender Wissenschaftler, Abteilung Tumorzellenforschung bei Bayer in Berlin

2015-heute: Gruppenleiter/ LeitenderWissenschaftler, Therapeutische Forschungsgruppe Onkologie II bei Bayer in Berlin

2016-heute: Pharmakologischer Vertreter im globalen Projektteam Darolutamide

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3 FAKTEN ÜBER Dr. Bernard Haendler

Haendler hat über 80 Publikationen und mehr als 50 Patente eingereicht.
Er hat zahlreiche Doktoranden und Post Docs betreut, die erfolgreiche Karrieren in Forschung und Entwicklung begonnen haben.
Er hat mehrere große, EU-finanzierte internationale Forschungs­programme initiiert und daran teilgenommen.
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