• Der Abenteurer

    Jeroen van Rie im Porträt

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    Die Welternährung sichern. Sind Nutzpflanzen mit veränderter DNA die Lösung?

Für Dr. Jeroen Van Rie hat die Natur einen hohen Stellenwert – sowohl im Privatleben als auch beruflich. In seiner Freizeit unternimmt der Belgier Abenteuerreisen – und fühlt sich am wohlsten, wenn Mensch und Umwelt im Einklang sind.

Einige meiner Freunde haben sich anfangs gewundert, dass ich für Bayer forsche. „Du bist doch so grün“, diese Bemerkung habe ich mehr als einmal gehört. Ich bin ein sehr naturverbundener Mensch, schon seit meiner Kindheit ist das so. Auch heute noch liebe ich es, die Natur zu beobachten, vor allem Vögel. Ich mag besonders Greifvögel, wegen ihrer Eleganz und Kraft, und unsere heimischen Eulen, weil sie für mich geheimnisvolle Tiere sind. Im Herzen bin ich ein „Grüner“, das stimmt, aber ich sehe keinen Widerspruch zu meiner Arbeit als Forscher bei Bayer. Eben weil ich die Natur mag, passen meine privaten Interessen und mein Beruf zusammen.

Immer mehr Menschen müssen ernährt werden

Im Labor arbeiten wir derzeit daran, die Photosynthese der Pflanzen zu verbessern. Unsere Aufgabe ist in einem globalen Kontext wichtig: Während die Ackerfläche stagniert, müssen immer mehr Menschen ernährt werden. Ich will meinen Beitrag zur Lösung dieses Problems leisten – und gleichzeitig die Natur schützen.

Die Photosynthese der Pflanzen zu optimieren ist in etwa so, wie einen stärkeren Motor in ein Auto zu bauen. Wir machen das zum Beispiel, indem wir die Häufigkeit bestimmter Enzyme in Schlüssel-Reaktionen der Photosynthese erhöhen. Ein anderer Weg ist es, Pflanzen schneller auf wechselnde Umgebungsbedingungen reagieren zu lassen. Solche Veränderungen könnten dazu führen, dass mehr Biomasse produziert wird. Wir hoffen, dass, vielleicht in Kombination mit anderen Modifikationen, ein großer Teil der zusätzlichen Biomasse in den Körnern landet. So könnten solche Verbesserungen in der Photosynthese dazu beitragen, die Ernteerträge zu erhöhen. Um die globale Ernährung zu sichern, ist eben eine höhere Ernteproduktivität erforderlich.

Als Merkmalsforscher verändert er die DNA von Nutzpflanzen und leistet so einen Beitrag zur Welternährung

Ich sehe keinen Widerspruch zu meiner Arbeit als Forscher bei Bayer. Eben weil ich die Natur mag, passen meine privaten Interessen und mein Beruf zusammen.

Ein zweiter Schwerpunkt meiner Arbeit sind unsere Bemühungen, Pflanzen gegen Insektenschädlinge resistent zu machen – aber nicht indem wir einen Wirkstoff auf die Pflanze aufbringen, sondern durch eine genetische Veränderung in der DNA. Die Pflanze entwickelt dann ihr eigenes Protein, das wie ein Insektizid wirkt, beispielsweise gegen die Larven einer bestimmten Motte. Wir befinden uns in einem Wettlauf, den wir kaum gewinnen können, denn die Käfer und Motten sind in der Lage, sich anzupassen. Das ist Evolution. Unsere Aufgabe ist es, diese Vorgänge so lange wie möglich zu verzögern.

Auf meiner ersten Reise nach Kansas fand ich heraus, warum eine bestimmte Motte gegen ein bestimmtes bakterielles Protein resistent ist. Das war seinerzeit ziemlich bahnbrechend und bescherte mir einen Aufsatz im angesehenen „Science“-Magazine.

Die Welt entdecken und ein Leben in Harmonie führen

In meiner Freizeit reise ich gerne und weit – oft sind es ausgedehnte Trips in die entlegensten Ecken der Welt. Die schönste Naturerfahrung machte ich in einem Kajak vor der Küste Alaskas. Auch durch Ladakh in Indien bin ich gereist. In einem Dorf dort hat mir besonders imponiert, wie harmonisch die Menschen miteinander leben, und mit der Wildnis, die sie umgibt. Sie wohnen scheinbar in Isolation, aber sie waren nicht isoliert. Nichts funktioniert nur für sich allein. Wir sind Teil eines großen Ganzen, davon bin ich überzeugt. Mit der Natur im Einklang zu sein, ist für mich die schönste Art zu leben.

Curriculum Vitae Dr. Jeroen Van Rie

1964: Geboren in Brügge, Belgien

1987: Diplom an der Universität Gent in Agrartechnik, Bereich Biotechnologie

1987 – 1991: Doktorarbeit in Agrarwissenschaften, 1991 mit höchster Auszeichnung abgeschlossen

1992: Scientist, Plant Genetiv Systems, N.V, Gent, Belgien

1998: Senior scientist, Aventis CropScience, N.V. / Bayer BioScience, N.V., Gent, Belgien

2005: Scientific expert, Bayer BioScience N.V., Gent, Belgien

2008 - heute: Fellow expert, Bayer BioScience N.V. / Bayer Crop Science

3 FAKTEN ÜBER JEROEN VAN RIE

Im Labor arbeitet Van Rie daran, die Photosynthese von Pflanzen zu verbessern.
Er liebt die Natur, Landschaftsfotografie und Salsa tanzen.
Zu seinen Lieblingsorten gehören die Küste Alaskas, die er mit einem Kayak erkundete und die Lofoten in Norwegen.
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