• Der Arzt für die Hosentasche

    Gesundheits-App für Afrika

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    User können über die App jederzeit Fragen zu akuten medizinischen Problemen an Ärzte und Gesundheitsspezialisten stellen – in Form einer geschriebenen oder gesprochenen Nachricht.

Mit der „Bisa Health Application“ stehen Patienten und Ärzte in Kontakt – ohne sich direkt zu begegnen. Die Patienten erhalten erste Diagnosen und Informationen über Krankheiten direkt auf ihr Smartphone. Eine Innovation, die 2016 in das Finale des Aspirin Social Innovation Awards kam.

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  • Herausforderung:
    Viele Patienten in Afrika haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Es mangelt oft an Ärzten. Und auch Informationen über Krankheiten, wie man ihnen vorbeugt und wie man sie behandeln kann sind nicht weit genug verbreitet.
  • Lösung:
    Das ghanaische Unternehmen OASIS Websoft, Finalist des Aspirin Social Innovation Awards 2016, entwickelte die App Bisa, um Patienten bei akuten Problemen per Smartphone mit Medizinern zusammenzubringen.
  • Nutzen:
    User können mit Hilfe der App medizinische Probleme direkt an einen Spezialisten weitergeben, und erhalten eine fachlich fundierte Antwort von einem Arzt direkt auf ihr Smartphone.

Seit 2015

wurde Bisa bereits mehr als 21.000-mal heruntergeladen.

Wie fast überall auf der Welt gehören Smartphones in Afrika zum alltäglichen Leben. Doch anders als in den meisten Industriestaaten mangelt es in Afrika vielerorts an Ärzten. Kranke müssen häufig ohne medizinische Versorgung auskommen. „Wenn wir die Menschen ausreichend informieren und ihnen bei ihrer Behandlung helfen, können wir die Ausbreitung vieler Krankheiten verhindern“, sagt Raindolf Owusu. Der Gründer und Geschäftsführer von OASIS Websoft will mit seinem Unternehmen aus Ghana die Gesundheit von so vielen Afrikanern wie möglich verbessern, ohne dass diese auf einen Arzt vor Ort angewiesen sind. Hierfür entwickelte OASIS 2015 zusammen mit afrikanischen Medizinern die kostenlose Smartphone App „Bisa Health Application“.

Über die Bisa Health Application (Source: OASIS Multimedia)

„Bisa bedeutet ‚frag’ in der Twi Sprache von Ghana“, erklärt Softwareentwickler Owusu. „User können über die App jederzeit Fragen zu akuten medizinischen Problemen an unsere Ärzte und Gesundheitsspezialisten stellen – in Form einer geschriebenen oder gesprochenen Nachricht.“ Sie können aber auch ein Foto oder Video schicken, das zum Beispiel eine betroffene Hautstelle zeigt. Alle Mitteilungen gehen direkt an einen Spezialisten. Der Patient erhält innerhalb von 24 Stunden eine private Nachricht mit Behandlungsmöglichkeiten und Tipps zu seinem Problem.

Innerhalb von

24 Stunden

erhält der User eine Antwort direkt auf sein Smartphone.

Alle Userdaten und -anfragen werden in einer Datenbank gespeichert. Diese Daten bieten einen Überblick über die aktuellen Nutzer und seine Anfragen.
Anhand der Useranfragen kristallisieren sich Trends in bestimmten Regionen heraus. Bisa-Ärzte und -Spezialisten nehmen sich den Themen an und berichten aktuell über Gesundheitsthemen und Krankheiten. Sie informieren auch über Behandlungs- und Vorsorgemethoden.
Raindolf Owusu, Gründer und Geschäftsführer von OASIS Websoft hatte 2015 die Idee für die Bisa Health Application.

Anhand der Anfragen erkennen die Mitarbeiter die häufigsten, übergreifenden Probleme und Sorgen der User. „Unsere Spezialisten und Ärzte erstellen regelmäßig Informationsartikel über aktuelle Krankheits- und Gesundheitstrends“, sagt Owusu. „Sie klären über ansteckende Krankheiten auf und erläutern Maßnahmen, um deren Verbreitung zu verhindern.“ Trotzdem ersetzt Bisa nicht den Arztbesuch. Die App bietet Patienten bei akuten Problemen aber schnelle Hilfe, bis sie die Möglichkeit haben einen Mediziner aufzusuchen.

Raindolf Owusu über die Bisa Health Application beim Tec Summit 2016 (Source: OASIS Multimedia)

Bislang stehen

25 freiwillige Spezialisten

den Bisa-Usern tagtäglich zur Verfügung.

Bisher arbeitet Bisa mit 25 freiwilligen Ärzten und Fachleuten aus Afrika zusammen. Doch Owusu hat ein klares Ziel: „Wir wollen Spezialisten aus der ganzen Welt einbinden, um auch in Ländern mit ähnlichen Problemen, die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern.“ Der Einzug ins Finale des Aspirin Social Innovation Awards und der Zugang zum weltweiten Netzwerk von Bayer hilft ihm dabei.

Bisa ist in allen App-Stores und über Facebook erhältlich. Bisher beantworten die Experten Anfragen auf Englisch und allen Dialekten Afrikas.
Zu viele Patienten und zu wenige Ärzte. Um Wartezeiten zu verringern, bietet die Bisa-App eine erste Diagnose von Spezialisten ohne einen Arztbesuch.
Viele Menschen schämen sich für ihre Krankheiten und scheuen den Arztbesuch komplett. Bisa bietet seinen Usern die Möglichkeit, sich anonym zu registrieren.

Seit 2015 haben Bisas Ärzte und Spezialisten bereits 

mehr als 28.000

medizinische Anfragen beantwortet.

Jeder User erhält seine persönliche Patientenakte. Das vereinfacht die Arbeit der Ärzte erheblich, da sie ein besseres Bild über den Gesundheitszustand des Patienten erhalten.

Im Herbst 2017 ist ein Relaunch der App mit Premium User Content geplant. Für den Preis von 1 Ghana Cedi (umgerechnet ca. 0,20 €) pro Monat können Premium User benötigte Medikamente direkt über die App kaufen und bekommen diese nach Hause geliefert.

Die Macher von Bisa sind davon überzeugt, dass jeder Mensch ein Recht auf eine gute Gesundheitsversorgung hat. Mit ihrer App haben sie einen ersten Schritt dorthin getan.