• Gegen Parasiten im Bienenstock

    Den Lebenszyklus der Varroa-Milbe verstehen

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    Oft schleppen Arbeiterbienen die Varroa-Milbe in den Stock ein und infizieren sich so selbst.

Taub und blind tastet sich die Varroa-Milbe durch den Honigbienenstock. Ihr Ziel sind die Brutzellen. Dort vermehrt sie sich, infiziert den Nachwuchs mit Krankheiten und schwächt so das gesamte Volk. Gegen den Parasiten haben Imker nur wenige Mittel zur Hand. Bayer-Experten arbeiten daher nicht nur an neuen Wirkmechanismen – sie untersuchen auch, wie sich die Mittel möglichst effizient anwenden lassen und dabei Bienen und Brut schonen.

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  • Herausforderung:
    Die Milbe Varroa destructor ist der größte Feind der Westlichen Honigbiene.
  • Lösung:
    Intensives Monitoring hilft Forschern, den Parasiten besser kennenzulernen.
  • Nutzen:
    Damit wollen Bayer-Forscher neue Wirkstoffe und Strategien gegen die Milbe entwickeln.

Parasiten in Dimension

Eine Milbe auf einer Biene ist so, als würde ein kaninchengroßer Parasit einen Menschen befallen.

Jessica Kirchner untersuchte beim „Jugend forscht“-Wettbewerb, ob ein Bücherskorpion als Fressfeind gegen die Varroa-Milbe eingesetzt werden kann.

Jäger im Einsatz

Die gefährliche Milbe beschäftigt auch den Nachwuchs: Beim „Jugend forscht“-Wettbewerb untersuchte die Gymnasiastin Jessica Kirchner, ob ein Bücherskorpion Honigbienen helfen kann und die Parasiten frisst: „Ich habe ihn ins Volk eingesetzt und untersucht, wie er auf die Varroa-Milbe reagiert und ob er der Biene helfen kann“, erklärt sie. Das wenige Millimeter große Spinnentier macht auch in unseren Wohnungen Jagd auf unliebsame Gliederfüßer wie Staubläuse oder Hausstaubmilben. Jessica zeigte in ihrer Arbeit, dass Bücherskorpion und Bienen ähnlich einer Symbiose zusammenleben können – allerdings auch, dass die Varroa-Milbe unter den Bedingungen im Bienenvolk nicht von dem Jäger allein bekämpft werden kann.

Varroa destructor ist der größte Feind der Westlichen Honigbiene.

Nur wenn wir die Varroa-Milbe intensiver kennenlernen, können wir Maßnahmen zur Behandlung weiter optimieren.

Tödliche Gefahr

Ohne menschliche Hilfe stirbt ein von Milben befallenes Volk der Europäischen Honigbiene in der Regel innerhalb von drei Jahren. Bayer-Forscher haben daher einen Kunststoffstreifen für den Eingang des Bienenstocks entwickelt, der einen akariziden Wirkstoff freisetzt und somit den Befall durch Milben eindämmen soll. Das Produkt soll 2017 auf den Markt kommen und kann dann von Imkern im Rahmen ihrer integrierten Programme zur Varroa-Kontrolle verwendet werden.

Die Varroa-Milbe ist das größte Problem der Westlichen Honigbiene