• Baby-Waagen für Afrika

    Bayer Cares Foundation

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    Messgerät für den Start ins Leben: Safoua El Ouahabi (re.) und Khaoula Metheni (Mitte) hatten eine simple Idee, die Leben rettet. Sie bringen gemeinsam mit „Medicaments Pour Tous“ Baby-Waagen zu lokalen Helfern wie Ben Kubai von Crown Healthcare nach Kenia.

Bei Patientendaten denken viele an Blutwerte, Biopsien und Analysen. Doch vor allem in Entwicklungsländern ist es für die Gesundheit von Neugeborenen oft viel wichtiger, das Gewicht der Kinder zu kennen.

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  • Herausforderung:
    In einkommensschwachen Ländern besonders im ländlichen Afrika haben Ärzte häufig keine Waagen zur Verfügung. Sie kennen das Gewicht von Babys und Kleinkindern nicht und können ihren Zustand deshalb nur schwer beurteilen.
  • Lösung:
    Safoua El Ouahabi bringt zusammen mit einer Nicht-Regierungsorganisation Baby-Waagen in strukturschwache Regionen. Die Bayer Cares Foundation unterstützt ihr Team im Rahmen des „Aspirin Social Innovation Awards“ mit 20.000 Euro.
  • Nutzen:
    Die Organisation hat bisher zwölf Waagen in drei Gesundheitszentren geliefert. Dort können die Mitarbeiter lebensrettende Medikamente in der richtigen Dosierung verschreiben oder Ernährungspläne für untergewichtige Kinder aufsetzen.

Ein Arzt, der nicht weiß, wie viel ein Baby wiegt, weil er keine Waage hat, kann es auch nicht entsprechend behandeln. Ein großes Problem, besonders im ländlichen Afrika. „Aber das wollten wir ändern“, sagt Safoua El Ouahabi: „Das Fehlen von Waagen ist einer der Gründe für die schlechte Gesundheitsversorgung in einkommensschwachen Ländern, vor allem von Babys.“

Ein untergewichtiger Säugling etwa benötigt eine spezielle Behandlung. Dafür müssen Ärzte das Gewicht aber kennen. Auch die Dosierung vieler Arzneien, darunter Antibiotika, Malaria-Mittel und HIV-Medikamente, muss dem Körpergewicht angepasst sein, um richtig zu wirken oder keine zu starken Nebenwirkungen zu verursachen. Sowohl eine Unter- wie auch eine Überdosierung kann je nach Krankheit für die kleinen Patienten extrem gefährlich sein.

El Ouahabi hat sich deshalb mit ihrer Kollegin Khaoula Metheni, Gründerin der Schweizer Nicht-Regierungsorganisation „Medicaments Pour Tous“ („Medikamente für alle“, MedPtous), zusammengetan, um Baby-Waagen in die ländlichen Gebiete Afrikas zu bringen. Es war eine simple Idee, die nun aber riesigen Einfluss auf das Leben zahlreicher Kinder hat.

Grants4Impact

Mit Grants4Impact (G4I) schaffen die Bayer-Stiftungen eine neue leistungsstarke Fördereinheit für Innovationen und Ideen auf dem Gebiet Gesundheit und Ernährung auf der ganzen Welt. Die Stipendien unterstützen „Weltveränderer“ und geben ihnen die Möglichkeit, im Rahmen einer Partnerschaft mit Bayer zu wachsen und ihre Projekte weiterzuentwickeln.

Für ihre Initiative zeichnete die Bayer Cares Foundation das Baby-Scale-Team mit dem „Aspirin Social Innovation Award 2016“ aus. Den mit 20.000 Euro dotierten Preis erhalten besondere soziale Innovationen im Bereich Gesundheit und Ernährung. Vor allem Menschen, die weiterdenken und den globalen Herausforderungen mit cleveren Lösungen entgegentreten, sollen so gefördert werden – Menschen wie El Ouahabi und Metheni: „Wir glauben, dass jeder auf seine Weise dazu beitragen kann, die Welt ein bisschen zu verändern.“ Deswegen setzen sich die Freundinnen seit 2015 mit dem Baby-Scale-Projekt für die Gesundheit von Säuglingen ein. Ein niedriges Geburtsgewicht gilt schon lange als einer der entscheidenden Faktoren für Säuglingssterblichkeit. Über 20 Millionen Kinder weltweit kommen laut WHO mit einem zu geringen Gewicht auf die Welt, das betrifft 15,5 Prozent aller Geburten. Fast 96 Prozent davon in Entwicklungsländern.

Funktionierende Waagen sorgen dank MedPtous seit diesem Jahr in Kenia dafür, dass Ärzte das Geburtsgewicht von Säuglingen genau bestimmen können. Die Organisation hat bisher zwölf Waagen in drei Gesundheitszentren geliefert und die dortigen Mitarbeiter geschult. Jetzt können sie lebensrettende Medikamente in der richtigen Dosierung verschreiben oder Ernährungspläne für untergewichtige Kinder aufsetzen. Eine Kooperation in Tansania läuft gerade an, weitere in Asien und Lateinamerika sind in Planung. Das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) unterstützt das Projekt. Gemeinsam entwerfen die beiden Unternehmen derzeit eine Studie, die den Nutzen des Projektes wissenschaftlich belegen soll.

Die Französinnen El Ouahabi und Metheni arbeiten als Qualitätsmanagerinnen für Medizin- und Gesundheitsprodukte bei Bayer in Basel in der Schweiz – El Ouahabi für die Division Pharmaceuticals, Metheni bei Consumer Health. Die globale Gesundheit ist ihr seit Langem ein Anliegen. „MedPtous ist zwar nur eine kleine Organisation mit begrenzten Mitteln – aber wir können mit guten Ideen trotzdem Einfluss nehmen und einen Unterschied machen”, erklärt El Ouahabi: „Unser Ziel ist es, das Leben der Menschen dauerhaft zu verbessern.“