• Das Ganze im Blick

    Projektleiterin Coralie van Breukelen-Groeneveld

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    Wissenschaftlerin mit Weitblick: Umweltschutz und Nachhaltigkeit – diese Themen liegen Coralie van Breukelen-Groeneveld besonders am Herzen.

Für Coralie van Breukelen-Groeneveld spielt Teamarbeit eine zentrale Rolle. Als Projektleiterin bei Bayer CropScience ­steuert die Umweltexpertin die Entwicklung neuer Wirkstoffe und der dazugehörigen Produkte im Pflanzenschutz. Um die beteiligten Kollegen auf das gemeinsame Ziel einzuschwören, verlässt sie sich ganz auf ihr Organisationstalent und ihre ­Kommunikationsgabe.

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  • Herausforderung:
    Pflanzenschutzmittel müssen sicher für Mensch und Umwelt sein.
  • Lösung:
    Menschen wie Coralie van Breukelen-Groeneveld sorgen dafür, dass die strengen behördlichen Anforderungen erfüllt sind.
  • Nutzen:
    Forschung und Entwicklung tragen dazu bei, dass Chemikalien in unserem Alltag sicherer und effizienter werden.                 

Sie interessiert sich für das große Ganze: „Ich möchte erkennen, wie die Dinge zusammenhängen und wie sie ins Gesamtbild passen“, sagt Coralie van Breukelen-Groeneveld. Und das hat die 42-jährige Holländerin – die einige Jahre ihrer Kindheit in Südafrika verbrachte – schon früh in ihrem Leben erkannt. Diese grundlegende Neugier war auch der Zündfunke für ihr Studium der Umweltwissenschaften an der Universität im niederländischen Wageningen. Den Schwerpunkt legte sie auf Biologie und Biochemie. Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz interessierten sie besonders. Auch die menschliche Gesundheit war von Anfang an eines ihrer Steckenpferde. Deshalb entschied sich die Umweltwissenschaftlerin für die Toxikologie: Was verursachen Substanzen im Körper? Wie verändert das Umfeld einen Wirkstoff? Warum und wie verwandelt sich ein Wirkstoff? „Das sind Fragen, die mich bis heute umtreiben“, sagt Van Breukelen.

Vom Labor ins Feld

Nach der Forschung kommt die Entwicklung: Haben Forscher einen neuen Wirkstoff entdeckt, ist es noch ein langer Weg bis zum fertigen Pflanzenschutzmittel. In der Entwicklungsphase testen Wissenschaftler die Substanz beispielsweise auf seine Umweltverträglichkeit. Sie suchen außerdem nach dem besten Weg, die Substanz und das fertige Mittel effizient zu produzieren und effektiv anzuwenden.

Coralie van Breukelen-Groeneveld

Wir müssen beweisen, dass die Substanz dem Menschen nicht schadet, keine unannehmbaren Umweltauswirkungen hat und gut gegen Schädlinge wirkt. Nur so können wir die Anforderungen der Behörden erfüllen.

Neue Pflanzenschutzmittel zu entwickeln, ­erfordert Geduld

Nach der Ausbildung startete sie ihre berufliche Karriere in einem holländischen Institut für Ernährungs- und Lebensmittelforschung. „Für die Forschung selbst war ich aber einfach zu ungeduldig. Ich wollte lieber gleich die großen Zusammenhänge erarbeiten“, sagt sie heute. Stattdessen bewertete sie zunächst das Risiko neuer Sub­s­tanzen für niederländische Behörden. Anfang 2003 stellte sie ihre Fähigkeiten in den Dienst von Bayer CropScience – zur Vertretung von Wirkstoffinnovationen im Umfeld der Europäischen Kommission und des Europäischen Parlaments. „Die ersten Wochen dort waren wirklich schwer“, erinnert sich Van Breukelen. Bei ihrem Start musste sie sich mit der gesamten Gesetzgebung zum Pflanzenschutz auseinandersetzen. „Das war eine Menge trockener Juristentexte“, erzählt sie. „Heute weiß ich, dass man für die Entwicklung und Zulassung neuer Pflanzenschutzmittel fast so viel Geduld haben muss wie in der Forschung“, sagt sie schmunzelnd. Als Projektleiterin kümmert sich Van Breukelen täglich um die Kontrolle der strengen Auflagen bei der Entwicklung eines Pflanzenschutzmittels. Ihre Aufgaben im Global Project Management bei Bayer CropScience beginnen direkt nach der Forschung. Und der Weg einer erfolgversprechenden Subs­tanz von der Entdeckung bis zur Anwendung auf dem Feld ist lang. Nachdem die Wissenschaftler ein neues Molekül synthetisiert und die Wirksamkeit nachgewiesen haben, folgen zahlreiche Schritte: „Wir müssen beweisen, dass die Substanz dem Menschen nicht schadet, keine unannehmbaren Umweltauswirkungen hat und gut gegen Schädlinge wirkt. Nur so können wir die Anforderungen der Behörden erfüllen“, fasst Van Breukelen zusammen.

Die Lehre der Gifte

In der Toxikologie untersuchen Wissenschaftler mögliche schädliche Auswirkungen von Chemikalien auf lebende Organismen. Wichtig dabei: den genauen Zusammenhang zwischen Dosis und Wirkung herauszufinden.

Doch sie macht noch mehr: „Wir müssen bei der Entwicklung bereits überlegen, wie wir ein neues Produkt effizient und günstig – aber auch ausreichend und effektiv – produzieren und vermarkten können.“ So reichen ihre Projekte von einem breit einsetzbaren Reisherbizid (s. a. research 26, „Multitalent fürs Reisfeld“) bis zum universellen Fungizid mit neuer Wirkweise. Ihr Fazit zum aktuellen Job: „Ich bin genau da, wo ich immer sein wollte!“