Magnetresonanz: Anatomie und Funktionen von Organen detailliert darstellen

Tiefer Blick ins Innere

Radiologen vertrauen dieser Diagnoseform, weil sie anatomische Details besonders signalreich abbildet. Und Patienten schätzen sie als schonendes Verfahren.

  • Aus den empfangenen Signalen werden im Gerät Rohdaten erzeugt. Ein Computer errechnet daraus das gewünschte Bild zur Diagnose.
  • MRT-Aufnahme ohne Kontrastmittel: Zu sehen ist das Gehirn einer Patientin, die Symptome einer Multiplen Sklerose zeigt. Es sind keine Hinweise zu sehen.
zoom
Aus den empfangenen Signalen werden im Gerät Rohdaten erzeugt. Ein Computer errechnet daraus das gewünschte Bild zur Diagnose.

Wer dem Menschen von außen ins Körperinnere schauen will, kann heute aus dem Vollen schöpfen. Bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Computertomografie (CT) erlauben Radiologen die Sicht auf Knochen, Organe und Gewebe. Doch es gibt ein diagnostisches Verfahren, das tiefer blickt: die Magnetresonanztomografie (MRT). Mit ihr können Anatomie und Funktionen von Organen in einer Untersuchung detailliert dargestellt werden.

Seit über 25 Jahren setzen Mediziner diese Methode ein, wenn Körperstrukturen zwei- und oder dreidimensional dargestellt werden sollen. Experten schätzen, dass in dieser Zeit rund 500 Millionen Untersuchungen weltweit vorgenommen wurden. Und jedes Mal lieferte ihnen der mannshohe Magnet signalreiche Schnittbilder aus dem menschlichen Körper. Organe, Gefäße, Nerven, selbst winzige Tumore sind im Detail erkennbar. Mittlerweile gibt es sogar Ganzkörperverfahren, die den Körper von Kopf bis Fuß in nur zwölf Minuten abbilden. Gegenüber anderen bildgebenden Methoden wie CT und Röntgen weist die MRT einen wesentlichen Vorteil auf: Sie kommt ohne ionisierende Strahlung aus – anders als beim Röntgen. „Bei diesem Verfahren arbeiten wir mit Magnetfeldern“, sagt Dr. Matthias Voth von Bayer HealthCare Pharmaceuticals. „Der Mensch spürt sie nicht, aber es ermöglicht detaillierte Darstellungen.“

Kontrastmittel erschließen völlig neue Möglichkeiten

Hervorgerufen werden sie von einem riesigen Magneten. Unter ihrem Einfluss ändern sogar Atomkerne kurzfristig ihren Zustand. Bei der MRT sind allerdings nur die Kerne der Wasserstoff-Atome im menschlichen Körper von Belang. Davon gibt es reichlich, denn der Mensch besteht zu zwei Drittel aus Wasser – der Verbindung von Wasser- und Sauerstoff.

Weichteile wie Herz und Hirn, aber auch Bindegewebe, Muskeln oder Nerven weisen besonders viele Wasserstoff­atome auf. Jedes Gewebe besitzt eine spezifische Dichte und damit eine andere Konzentration an Wasserstoffatomen. Und genau das zeigt sich in der MRT. Selbst krankes und gesundes Gewebe lassen sich deutlich voneinander unterscheiden. Der Grund: Sie haben häufig nicht den gleichen Wasserstoffgehalt.

Um anatomische Details noch deutlicher abzubilden, greifen Radiologen häufig auf eine zusätzliche Hilfe zurück: auf Kontrastmittel. Sie werden inzwischen bei einem Drittel aller entsprechenden Untersuchungen eingesetzt. Das erste Magnetresonanztomografie-Kontrastmittel kam 1988 auf den Markt. Produkte aus dem Hause Bayer HealthCare Pharmaceuticals gehören heute zu den bewährtesten Kontrastmitteln weltweit und wurden inzwischen mehr als 100 Millionen Mal angewendet.

„MRT-Kontrastmittel geben Radiologen weiter wichtige Informationen“, erklärt Voth. So können inzwischen zum Beispiel Gefäße mit hoher Genauigkeit dargestellt werden. Für den Arzt eine einzigartige Hilfe zur richtigen Diagnose. Und auch bei der initialen Diagnostik von Brustkrebs ist die MRT mit Kontrastmittel sehr hilfreich. Inzwischen können Experten mit der Magnetresonanztomografie sogar die Funktionen eines Organs immer weiter entschlüsseln, das seine Geheimnisse sehr lange bewahrt hat: das Gehirn.

Vertonte Animation: Trojanisches Pferd in der Zelle
Letzte Änderung: 14. November 2013  Copyright © Bayer AG
http://www.research.bayer.com