Ausgabe 24, 2012
Hämophilie: neue Langzeittherapie

Ein fast normaler Alltag

  • Spaß und Gefahr: An Hämophilie leiden fast ausschließlich Jungen und Männer. Ihnen fehlt ein Gerinnungsfaktor im Blut. Das kann bereits bei kleinen Verletzungen – wie sie im Alltag oft vorkommen – zu Blutungen führen, die stundenlang anhalten.
  • Ursache der Hämophilie ist ein Gendefekt auf dem X-Chromosom. Weil Frauen zwei davon haben, kann der Defekt meist durch das zweite, normale X-Chromosom ausgeglichen werden. Männer besitzen nur ein X-Chromosom und haben bei einem Defekt keine Ausgleichsmöglichkeit.
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Spaß und Gefahr: An Hämophilie leiden fast ausschließlich Jungen und Männer. Ihnen fehlt ein Gerinnungsfaktor im Blut. Das kann bereits bei kleinen Verletzungen – wie sie im Alltag oft vorkommen – zu Blutungen führen, die stundenlang anhalten.

Eine Schramme am Knie oder ein Schnitt im Daumen: Was sich harmlos anhört, kann für Hämophilie-Patienten dramatische Folgen haben. Denn charakteristisch für die erbliche Bluterkrankheit ist ein Mangel am Gerinnungsfaktor VIII, einem zentralen Bluteiweiß. Die Blutgerinnung bleibt dann einfach aus. Abhilfe schaffen nur regelmäßige Spritzen, bis zu 160 Mal im Jahr. Vor allem Kinder und Jugendliche leiden unter der belastenden Therapie.

Molekulares Schutzschild für Bluter
Jetzt haben Forscher von Bayer HealthCare das bereits bewährte Hämophilie-Präparat KogenateTM weiterentwickelt. Künftig müssen die Patienten die Substanz nur noch ein bis zwei Mal pro Woche injizieren. Möglich macht das die Kopplung des Faktor VIII mit einem molekularen Schutzschild, der den Abbau des Proteins im Körper stark verzögert. Derzeit laufen klinische Studien – voraussichtlich 2015 soll das neue Medikament für die Therapie verfügbar sein.

Wie der neue Wirkungsmechanismus vor allem Kinder und Jugendliche mit Hämophilie entlastet, erfahren Sie hier:

Letzte Änderung: 12. Dezember 2013  Copyright © Bayer AG
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