• Mit dem Deutschland-Stipendium ins Forschungslabor

    Timo Konen im Interview

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    Blick ins Labor: Timo Konen (li.) hat bei Bayer HealthCare in Berlin Erfahrung in der Industrieforschung gesammelt. Der Praktikant im Team von Dr. Oliver von Ahsen (re.) wurde außerdem als Deutschlandstipendiat von den Bayer-Stiftungen unterstützt, deren Geschäftsführer Thimo V. Schmitt-Lord (Mitte) ist.

Der Biochemiker Timo Konen erhielt 2013 ein von Bayer gefördertes Deutschland-Stipendium. Damit konnte er sich auf seinen Studienabschluss konzentrieren und bekam auch einen Einblick in die industrielle Forschung. research sprach mit ihm über seine Erfahrungen.

Interview: Timo Konen

Blick ins Labor

Blick ins Labor: Timo Konen (li.) hat bei Bayer HealthCare in Berlin Erfahrung in der Industrieforschung gesammelt. Der Praktikant im Team von Dr. Oliver von Ahsen (re.) wurde außerdem als Deutschlandstipendiat von den Bayer-Stiftungen unterstützt, deren Geschäftsführer Thimo V. Schmitt-Lord (Mitte) ist.

Was genau ist das Deutschland-Stipendium?

Diese neuen Stipendien gibt es erst seit 2011. Die Universitäten vergeben sie direkt an die jeweiligen Stipendiaten. Sie erhalten für mindestens zwei Semester 300 Euro im Monat – die Hälfte wird vom Bund finanziert, die andere Hälfte von einem Unternehmen.

Wie sind Sie Deutschland-Stipendiat geworden?

Ich habe Biochemie in Hannover studiert. Zu Beginn des Master-Studiums habe ich mich für das Stipendium beworben. Das hat aber erst im zweiten Anlauf geklappt.

Haben Sie auch vom Kontakt zu Bayer profitiert?

Ja, nach dem Abschluss konnte ich ein Praktikum im ­Bayer-Forschungszentrum in Berlin einschieben. Dort habe ich in der Abteilung Global Biomarker Research von Dr. Oliver von Ahsen gearbeitet. Die Bayer-Stiftung hat den Kontakt hergestellt und mir so die Bewerbung erleichtert.

Woran haben Sie in Berlin geforscht?

Ich habe an zwei Projekten mitgearbeitet und eigene Experimente betreut: Zum einen haben wir uns mit zirkulierenden Endothelzellen beschäftigt. Das sind Zellen, die etwa bei verschiedenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen in geringen Mengen im Blut zu finden sind und zur Diagnose beitragen können. Im zweiten Projekt haben wir die Menge eines Tumorgens bestimmt, die für das Tumorzellwachstum notwendig ist. Solche Schwellenwerte sind unverzichtbar für spätere Therapieentscheidungen.

Wie geht es nun für Sie weiter?

Ich habe im Praktikum festgestellt, dass die Industrieforschung viel zielgerichteter ist – und teilweise auch effizienter als die Forschung an der Uni. Ich will trotzdem im akademischen Bereich promovieren. Dort findet ein breiterer wissenschaftlicher Diskurs statt. Einen Job in der Industrie würde ich später aber auf keinen Fall ausschließen.

Lichtblick für Chemopatienten

Kühlung gegen Haarverlust

Kaum eine Nebenwirkung der Chemotherapie ist so offensichtlich und gefürchtet wie der Haarausfall. „Daran erkennt jeder, dass man unter einer lebensbedrohlichen Krankheit leidet“, sagt Dr. Trudi Schaper, die Vorsitzende der Brustkrebs-Selbsthilfegruppe ISI (Internationale Senologie Initiative) in Düsseldorf.

auf dem Bayer-Stiftungsdialog in Dormagen

Kopfschutz: Auf dem Bayer-Stiftungsdialog in Dormagen stellen Monika Puls-Rademacher (li.) und ihre Kollegen die Kühlhaube vor, die Brustkrebspatientinnen vor Haarausfall bewahrt.

Am Brustzentrum Düsseldorf, Luisenkrankenhaus, haben Patientinnen seit Anfang 2014 die Chance, ihre Haare zu behalten. Dafür müssen sie während der Chemotherapie eine Kühlhaube tragen, die ihre Kopfhaut auf 19 bis 22 Grad Celsius herunterkühlt. Die Kälte vermindert die Durchblutung der Haarwurzeln. Dadurch gelangen geringere Mengen der Chemotherapeutika zu den empfindlichen Zellen.

Finanziert wurde das Kühlsystem von der Selbsthilfegruppe ISI – mit Unterstützung der Bayer Cares Foundation. Im Rahmen des Ehrenamt-Programms fördert die Bayer-Stiftung das Projekt mit 5.000 Euro. „Die Nachfrage bei den Patientinnen ist riesig“, berichtet die ehemalige Bayer-Mitarbeiterin Monika Puls-Rademacher, die als Patientenberaterin ehrenamtlich bei ISI tätig ist.

Die Haube kühlt die Kopfhaut während der Chemotherapie auf

19 bis 22 Grad

herunter

Die Internationale Senologie Initiative dokumentiert, unter welchen Bedingungen die Behandlung erfolgreich ist. „Wir möchten erreichen, dass diese von den Krankenkassen in Zukunft finanziert wird“, sagt die Diplom-Psychologin. „Dafür sammeln wir umfangreiche Daten, die den Erfolg nachweisen.“ Die Initiative „ISI cares for hair“ war unter den elf Finalisten des Aspirin Sozialpreises.

Hilfe für Teeniemütter in Peru

Wege aus der Armut

In Peru hat sich die Wirtschaft zwar in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. Dennoch sind Armut und Unterernährung noch immer weitverbreitet. Besonders in den Slums rund um die Hauptstadt Lima werden viele junge Frauen schon als Teen­ager schwanger. Sie können sich nur schwer aus der Armutsfalle befreien.

Diana Saenz

Hilfe für die Kleinen: Diana Saenz (Mitte) kämpft gegen Armut und Unterernährung in Peru. Sie unterstützt junge Mütter dabei, Mahlzeiten für ihre Kinder zuzubereiten und ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Wir wollen das Selbstwertgefühl, die Durchsetzungskraft und das Einfühlungsvermögen junger Mütter stärken.

Die südamerikanische Stiftung CONIN – kurz für Cooperadora para la Nutrición Infantil, also Kooperative für Kinderernährung – hat daher ein Trainingsprogramm für Teenie-Mütter im Slum Nueva Rinconada ins Leben gerufen. „In dem Programm geht es nicht nur darum, den jungen Frauen beizubringen, wie man etwa einen Haushalt führt oder eine gesunde Mahlzeit zubereitet“, berichtet Diana Saenz, Leiterin der Country Administration & Organization bei Bayer HealthCare Peru. „Wir wollen auch ihr Selbstwertgefühl, ihre Durchsetzungskraft und ihr Einfühlungsvermögen stärken.” Im Idealfall soll das Programm den jungen Müttern ermöglichen, als Kleinunternehmerinnen oder Haushaltshilfen ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Die Bayer-Stiftungen – seit 1897 dem Fortschritt verpflichtet

Rund um den Globus engagieren sich die Bayer-Stiftungen bereits seit 1897 für Bildung, Wissenschaft und soziale Innovation. Als Stiftungen des Innovationsunternehmens Bayer begreifen sie sich in besonderer Weise als Impulsgeber, Förderer und Partner für Fortschritt an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und dem sozialen Sektor. Im Mittelpunkt steht der Pionier – sein Engagement für das Allgemeinwohl, sein Ideenreichtum bei der Lösung sozialer Aufgaben, aber auch seine Schaffenskraft in Wissenschaft und Medizin. Mit Stipendien und Preisen unterstützt etwa die Bayer Science & Education Foundation weltweit Talente ebenso wie Spitzenforscher, die Herausragendes auf ihrem Gebiet leisten. Aber auch soziale Lösungen werden durch die Bayer-Stiftungen gefördert: Die Bayer Cares Foundation konzentriert sich zum Beispiel auf Bürgerprojekte und die Lösung sozialmedizinischer Fragen. Das Ziel der Stiftungen: das Leben der Menschen durch Innovation und Initiative zu verbessern.