Ausgabe 24, 2012
Kunststoffe: Weiße Biotechnologie reduziert CO2-Emissionen in der Produktion

Bio-Chemikalien aus der Bakterienfabrik

  • Grüne Chemie: Dr. Gesa Behnken und Thomas Michaelis begutachten eine Kunststofffolie, die teilweise auf nachwachsenden Rohstoffen statt auf reiner Erdölchemie basiert. Dafür haben die Forscher spezielle Bakterien biotechnologisch so getrimmt, dass diese winzigen Biofabriken jetzt Zutaten beispielweise für Polyurethane produzieren.
  • Der Vorteil: Die Mikroorganismen nutzen Biomasse wie Maisstärke oder Stroh als Ausgangsstoffe.
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Grüne Chemie: Dr. Gesa Behnken und Thomas Michaelis begutachten eine Kunststofffolie, die teilweise auf nachwachsenden Rohstoffen statt auf reiner Erdölchemie basiert. Dafür haben die Forscher spezielle Bakterien biotechnologisch so getrimmt, dass diese winzigen Biofabriken jetzt Zutaten beispielweise für Polyurethane produzieren.

Sie leben millionenfach auf unserer Haut und helfen uns, Nährstoffe zu verdauen. Dennoch werden Bakterien auf ihre schlechten Eigenschaften als Krankheitserreger reduziert – zu Unrecht: Die winzigen Zellen sind begnadete Chemiker mit großem Potenzial für die chemische Industrie. Forscher von Bayer MaterialScience haben zusammen mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft einen Weg gefunden, die Winzlinge für ihre Zwecke einzuspannen.

Bausteine für Kunststoffproduktion
Chemische Prozesse, beispielsweise die Kunststoffproduktion, sollen in Zukunft grüner und nachhaltiger werden – und auch nachwachsende Rohstoffe effizient verarbeiten. Das gelingt mit der Biotechnologie: Dabei werden spezielle Bakterien industriell kultiviert und mit Biomasse – beispielsweise Maisstärke – gefüttert. Daraus produzieren sie den gewünschten Chemiebaustein: Bernsteinsäure für die Polyurethan-Produktion.

Wie die Bakterienfabriken arbeiten und welche Vorteile sie gegenüber herkömmlichen Methoden haben, lesen Sie hier: